SONY DSC

Rückenschmerzen sind ein Volksleiden der modernen Zivilisation: Während vor 100 Jahren Rückenschmerzen und andere Rückenbeschwerden noch kaum ein Thema unter Laien und Medizinern waren, leidet heute fast jeder Bundesbürger mindestens einmal im Leben unter Kreuzschmerzen & Co. Kreuzschmerzen, Hexenschuss oder einfach „es im Rücken haben“: Rückenschmerzen sind ein vielfältiges Leiden, das Menschen fast jeden Alters – von Schulkindern bis Senioren – plagen kann. Sie zählen zu den häufigsten Schmerzproblemen überhaupt.

Rückenschmerzen lassen sich nach verschiedenen Kriterien einteilen, zum Beispiel nach der Lage, der Dauer und der Ursache.

Rückenschmerzen: Einteilung nach der Lokalisation

  • Rückenschmerzen – oberer Rücken: Schmerzen in der Nackenregion können akut bis chronisch sein. Sie strahlen oftmals in Schultern, Arme und/oder Hinterkopf aus. Auslöser für Nackenschmerzen sind zum Beispiel eine falsche Körperhaltung am Arbeitsplatz, ein Bandscheibenvorfall oder psychische Einflüsse.
  • Rückenschmerzen – mittlerer Rücken: Rückenschmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule sind selten durch Verletzungen bedingt. Häufiger werden sie durch Verspannungen großer Muskelgruppen in diesem Bereich oder durch Funktionsstörungen der Rippen-Wirbel-Gelenke ausgelöst.
  • Rückenschmerzen – unterer Rücken: Rückenschmerzen im unteren Rücken sind viel häufiger als solche im mittleren Rücken. Denn die Lendenwirbelsäule ist für Verletzungen und Schädigungen wesentlich anfälliger als die Brustwirbelsäule. Rückenschmerzen in diesem Bereich werden im Englischen „lower-back-pain“ genannt und zum Beispiel durch Bandscheibenvorfälle oder Überanstrengungen der Muskulatur ausgelöst.

Rückenschmerzen: Einteilung nach der Dauer

Je nach Dauer der Beschwerden unterscheidet man akute, subakute und chronische Rückenschmerzen:

  • Akute Rückenschmerzen: Akute Rückenschmerzen sind Rückenbeschwerden, die zum ersten Mal oder nach mindestens sechs schmerzfreien Monaten auftreten und maximal sechs Wochen anhalten. Häufige Ursache dieser Beschwerden ist eine „falsche Bewegung“ die zu einer Blockierung geführt hat. Diese lässt sich mit gezielten Handgriffen schnell wieder lösen.
  • Subakute Rückenschmerzen: Halten die Rückenschmerzen länger als sechs Wochen bis maximal drei Monate an, gelten sie als subakut.
  • Chronische Rückenschmerzen: Chronische Rückenschmerzen beziehungsweise chronisch wiederkehrende (rezidivierende) Rückenschmerzen dauern länger als drei Monate an. Die Stärke der Schmerzen kann in dieser Zeit variieren – mal sind die Rückenschmerzen schwächer, mal stärker.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlungsmöglichkeiten von Rückenschmerzen sind sehr vielfältig. Sie reichen von passiven Maßnahmen wie Wärmepackungen bis hin zu aktiven Maßnahmen wie Manuelle Therapie, Osteopathie, Krankengymnastik und EMS-Training.

Osteopathie und Manuelle Therapie befasst sich in erster Linie mit den Ursachen, die in der Statik und Dynamik des menschlichen Körpers liegen. Eine zentrale Bedeutung spielen dabei die Gelenke im Bereich der Wirbelsäule, die zum Beispiel infolge einer „falschen“ Bewegung blockieren können. Dies kann zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Muskelverspannungen und Fehlhaltungen führen.

Ebenso kann die Blockade auch funktionelle organische Störungen wie etwa nervöse Herz-, Magen- oder Darmstörungen auslösen. Aber auch Kopfschmerzen, Schwindelgefühle oder Sehstörungen können ihre Ursache in einer Blockade der Wirbelsäule haben. Neben der Behandlung von Schmerzen im Rückenbereich haben physiotherapeutische Behandlungsmethoden einen positiven Einfluss auf schmerzhafte und eingeschränkte Funktionen im Muskel- und Sehnenbereich.

Ziel der Therapie ist es, Funktionsfähigkeit und Zusammenspiel von Gelenken und Muskulatur zu normalisieren, Schmerzen zu lindern oder diese günstigenfalls zu beseitigen.

Nach der Beseitigung sollte der Rücken unbedingt stabilisiert werden. Dies kann man mit gezielten krankengymnastischen Übungen oder einem EMS-Training durchführen.

 

Risikofaktoren für Rückenschmerzen

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko für Rückenschmerzen erhöhen. Dazu gehören vor allem:

  • arbeitsbezogene Faktoren: Das Tragen und Heben schwerer Lasten, das Arbeiten in ungünstigen Körperhaltungen belasten Wirbelsäule, Gelenke und Muskeln und können auf Dauer zu Rückenschmerzen führen.
  • arbeitsbezogene psychosoziale Bedingungen: Wer mit seinem Arbeitsplatz unzufrieden ist oder von morgens bis abends monotone Arbeiten (zum Beispiel am Fließband) verrichten muss, ist anfälliger für Rückenschmerzen. Auch soziale Konflikte am Arbeitsplatz sowie hoher Arbeitseinsatz ohne angemessene Belohnung (in Form von Geld, Anerkennung, Aufstiegschancen etc.) können Rückenschmerzen begünstigen.

Nicht nur das Auftreten, sondern auch der Verlauf von Rückenschmerzen kann durch ungünstige Bedingungen beeinflusst werden, etwa durch psychische Faktoren. Darunter fallen zum Beispiel unrealistische Befürchtungen bezüglich der Rückenschmerzen, Depressivität sowie passive oder überaktive Verhaltensweisen  – also ausgeprägte Schonhaltung oder zu viel Aktivität.